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Ursprung des Krav Maga

Die ersten Ursprünge des Krav Maga liegen in Europa und gehen auf den osteuropäischen Juden Imrich („Imi“) Lichtenfeld zurück.

Imi wurde 1910 in Budapest (Ungarn) geboren. Imis Vater Samuel war Mitglied in einem Wanderzirkus, wo er etwa 20 Jahre lang als Ringer und Gewichtheber auftrat und von seinen Zirkuskollegen verschiedenste Kampf- und Selbstverteidigungstechniken lernte. Später zog die Familie nach Bratislava (Slowakei), wo Samuel eine Stelle als Hauptkommissar der Stadtpolizei antrat. Darüber hinaus gründete Samuel den Kraft- und Kampfsportverein „Herkules“. Imi wurde seit seiner Kindheit von seinem Vater in verschiedenen Sportarten unterrichtet und nahm auch an dessen Kampftraining für Polizisten teil. Er wuchs zu einem Ausnahme-Athleten heran, der in verschiedenen Disziplinen glänzte. In den 1920er und 1930er Jahren nahm Imi an zahlreichen nationalen und internationalen Meisterschaften teil, vor allem im Ringen und Boxen, aber auch im Schwimmen und Gymnastik, und gewann mehrere Meistertitel. In den 1930er Jahren galt er als einer der besten Ringer Europas.

Ab ca. Mitte der 1930er Jahre nahmen Einschüchterungsversuche, Schikanen und tätliche Angriffe auf Juden in Europa immer mehr zu. Daher gründete Imi zusammen mit anderen jungen Männern (die meisten ebenfalls aus dem Ringer-, Boxer- und Kraftsportmilieu) eine Jugendgruppe, um die jüdischen Einwohner in Bratislava vor solchen antisemitischen Übergriffen zu schützen. Zwischen 1936 und 1940 sammelte Imi viel praktische Kampferfahrung in unzähligen gewalttätigen Konfrontationen mit rassistischen, gewalttätigen Gangs. Manchmal hatte er seine Kameraden dabei, manchmal stand er aber auch allein mehreren (teilweise bewaffneten) Gegnern gegenüber und musste oft im wahrsten Sinn des Wortes um sein Leben kämpfen. Dabei merkte er schnell, dass das Kämpfen auf der Straße oft sehr chaotisch und unberechenbar verläuft und keine Regeln, kein Zeitlimit, keine Sicherheit kennt – anders als etwa der sportliche Wettkampf. Basierend auf diesen Erfahrungen entwickelte Imi einfache, leicht umsetzbare und effektive Lösungen für komplizierte, chaotische Gewaltsituationen.

1940 flüchtete Imi auf einem der letzten Schiffe, die Europa verlassen konnten, vor dem inzwischen unaufhaltsamen Aufstieg der Nazis. Eigentlich wollte er nach Palästina, aber seine Reise dahin war ein einziges, spannendes Abenteuer. Bevor er einreisen konnte, diente er während des 2. Weltkriegs in der Tschechischen Legion, die unter dem Kommando der Britischen Armee stand, im Nahen Osten und Nordafrika. Schließlich konnte er nach Palästina einreisen. Nach Gründung des Staates Israel (1948) wurde Imi aufgrund seiner Reputation als Nahkampf-Experte zum Chef-Ausbilder für körperliche Fitness und Nahkampf in der neu gegründeten israelischen Armee (IDF). Dies war die eigentliche Geburtsstunde des Krav Maga.

 

 

Imi arbeitete etwa 20 Jahre lang als IDF-Ausbilder und trainierte zahlreiche Elitekämpfer für Spezialeinheiten, sowie auch zahlreiche weitere Ausbilder. Nach Beendigung seines aktiven Dienstes blieb er auch weiterhin als Berater für die IDF und anderer militärische Einheiten und Sicherheitskräfte tätig. Zusätzlich adaptierte er das Krav Maga auch für Polizisten und Sicherheitskräfte. Schließlich adaptierte er Krav Maga auch für Zivilisten: Sein Anspruch war, dass jeder Mensch - unabhängig vom Alter der Geschlecht - das Recht auf Sicherheit und körperliches Wohlbefinden hatte. Zu diesem Zweck gründete er zwei Schulen, in denen Krav Maga erstmals auch für Zivilisten unterrichtet wurde.

Innerhalb der israelischen Sicherheitskräfte wurde und wird Krav Maga seitdem ständig weiterentwickelt und den jeweiligen Erfordernissen angepasst. Krav Maga ist so erfolgreich, dass es inzwischen weltweit in den verschiedensten militärischen und polizeilichen Einheiten, in Geheimdiensten und Sicherheitsfirmen trainiert wird. Seit einigen Jahren wird Krav Maga weltweit auch als Selbstverteidigungssystem für Zivilisten immer bekannter und populärer.

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